Übergabeprotokoll Haus — Besonderheiten bei der Hausübergabe
Ein Übergabeprotokoll für ein Haus ist deutlich umfangreicher als für eine Mietwohnung. Neben den Wohnräumen müssen auch Garten, Garage, Keller, Dachboden, Heizungsanlage und Außenanlagen dokumentiert werden. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf Sie bei der Hausübergabe besonders achten müssen.
Was unterscheidet die Hausübergabe von der Wohnungsübergabe?
Bei einer Wohnung sind die zu prüfenden Bereiche klar begrenzt: Wohnräume, Bad, Küche. Bei einem Haus kommen viele zusätzliche Bereiche hinzu:
- Außenanlagen: Garten, Terrasse, Einfahrt, Wege, Zaun
- Nebengebäude: Garage, Carport, Schuppen, Gartenhaus
- Haustechnik: Heizungsanlage, Warmwasserbereitung, ggf. Solaranlage
- Keller und Dachboden: Oft mit eigenen Besonderheiten
- Dach und Fassade: Zustand von außen sichtbar, aber oft vergessen
Der Zeitaufwand ist entsprechend höher. Planen Sie für eine gründliche Hausübergabe mindestens 1 bis 2 Stunden ein.
Garten und Außenanlagen
Der Garten ist einer der häufigsten Streitpunkte bei der Hausübergabe. Dokumentieren Sie:
- Rasen: Zustand, Pflege, Bewässerungsanlage
- Bepflanzung: Bäume, Hecken, Beete — was bleibt, was wird mitgenommen?
- Terrasse: Zustand der Platten oder Holzdielen
- Einfahrt: Zustand des Belags (Pflaster, Asphalt, Schotter)
- Zaun und Mauern: Beschädigungen, Stabilität
- Gartenhütte oder Schuppen: Zustand, Inventar
- Bewässerung: Außenwasserhähne, Bewässerungssystem
Tipp: Vereinbaren Sie klar, in welchem Zustand der Garten übergeben wird. „Gepflegt" ist subjektiv — fotografieren Sie den Ist-Zustand.
Garage und Carport
Garage und Carport werden oft vergessen, können aber teure Überraschungen bergen:
- Garagentor: Funktioniert die Mechanik oder der elektrische Antrieb?
- Boden: Risse, Ölflecken, Beschädigungen
- Steckdosen und Beleuchtung: Funktion prüfen
- Wände und Decke: Feuchtigkeit, Risse
- Ggf. Wallbox für E-Autos: Zustand und Funktion
Keller und Dachboden
Diese Bereiche haben besondere Anforderungen:
Keller
- Feuchtigkeit: Der häufigste Mangel. Prüfen Sie Wände und Boden auf Feuchtigkeitsspuren, Salzausblühungen oder Schimmel
- Fenster und Lichtschächte: Funktion und Dichtigkeit
- Heizungsraum: Zustand der Heizungsanlage (siehe nächster Abschnitt)
- Waschküche: Anschlüsse für Waschmaschine und Trockner
- Elektrik: Sicherungskasten, Steckdosen
Dachboden
- Dämmung: Zustand der Dachdämmung
- Dachfenster: Dichtigkeit und Funktion
- Holzkonstruktion: Sichtbare Schäden oder Schädlingsbefall
- Feuchtigkeit: Wasserflecken deuten auf undichte Stellen hin
Heizungsanlage
Die Heizung ist eines der teuersten Systeme im Haus. Dokumentieren Sie sorgfältig:
- Typ: Gas, Öl, Wärmepumpe, Pellets, Fernwärme
- Alter: Baujahr der Anlage
- Letzter Wartungstermin: Wartungsprotokoll vorhanden?
- Funktion: Läuft die Anlage einwandfrei?
- Schornsteinfeger-Protokoll: Letzter Befund
Ölheizung — Besonderheiten
Bei Ölheizungen kommt ein wichtiger Punkt hinzu:
- Öltank: Füllstand ablesen und dokumentieren. Der Ölvorrat hat einen erheblichen Wert
- Tankzustand: Alter, Material, letzte Prüfung
- Ölverbrauch: Durchschnittlicher Jahresverbrauch
Der Restölbestand sollte bei der Übergabe abgerechnet werden — entweder der Käufer/Nachmieter übernimmt das Öl zu einem vereinbarten Preis, oder der aktuelle Füllstand wird dokumentiert.
Dach und Fassade
Von außen sichtbar, aber oft vergessen:
- Dachziegel: Fehlende, verschobene oder beschädigte Ziegel
- Dachrinnen: Verstopfungen, Beschädigungen, Fallrohre
- Fassade: Risse, Verfärbungen, abblätternder Putz
- Fensterrahmen: Zustand der Außenrahmen und Fensterbänke
- Rollläden: Funktion aller Rollläden von außen prüfen
Kläranlage und Abwasser
Falls das Haus nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen ist:
- Kleinkläranlage: Typ, Alter, letzter Wartungstermin
- Abwassertank: Füllstand, letzte Entleerung
- Regenwasser: Versickerung oder Zisterne vorhanden?
Checkliste für die Hausübergabe
Nutzen Sie diese erweiterte Checkliste zusätzlich zur Standard-Vorlage:
- Alle Innenräume raum für Raum geprüft
- Garten: Rasen, Bepflanzung, Terrasse, Zaun dokumentiert
- Garage/Carport: Tor, Boden, Elektrik geprüft
- Keller: Feuchtigkeit, Elektrik, Heizungsraum geprüft
- Dachboden: Dämmung, Dachfenster, Holzkonstruktion geprüft
- Heizungsanlage: Typ, Alter, Wartung, Funktion dokumentiert
- Öltank: Füllstand abgelesen (bei Ölheizung)
- Dach und Fassade: Sichtprüfung von außen
- Alle Zählerstände: Strom, Gas, Wasser, Heizung
- Alle Schlüssel: Haus, Garage, Keller, Garten, Briefkasten
- Kläranlage/Abwasser geprüft (falls relevant)
- Unterschriften beider Parteien
Häufige Fragen zur Hausübergabe
Was muss bei der Hausübergabe zusätzlich dokumentiert werden?
Bei einem Haus müssen zusätzlich zu den Wohnräumen auch Garten, Garage, Keller, Dachboden, Heizungsanlage, Außenanlagen und ggf. Öltank oder Kläranlage dokumentiert werden. Der Aufwand ist deutlich höher als bei einer Wohnung.
Wie lange dauert eine Hausübergabe?
Planen Sie für eine gründliche Hausübergabe mindestens 1 bis 2 Stunden ein. Bei größeren Häusern mit Garten, Garage und Nebengebäuden kann es auch länger dauern. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit.
Weiterführende Ratgeber
Protokoll direkt digital erstellen
Statt Papiervorlagen: Erstellen Sie Ihr Übergabeprotokoll direkt auf dem Smartphone.
Kostenlos starten